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Sonntag, 24. Mai 2015

Martin Olczak - Die Akademiemorde ( * * ) - Mit Spoilern

Claudia Rodriguez, Ermittlerin bei der zentralen Mordkommission und Buchantiquar Leo Dorfman suchen einen Mörder, der nach und nach Mitglieder des Komitees für für die Vergabe der Literatur-Nobelpreise umgebringt. Fängt spannend an, endet in hahnebüchener Unsinn.

<Achtung-Spoiler>

Schlimmster Unfug 1:
Der Mörder hat alle seine potentiellen Opfer mit sendenden Mikrochips ausgestattet, so dass er sie auch kilometerweit aufspüren kann. Die Ermittlungsbehörden und später eingeschalteten Personenschützer und Militär können diese Sender aber nicht aufspüren. Und einer dieser Chips wurde einem Opfer sogar jahrelang vorher bei einer Operation untergejubelt ...

Schlimmster Unfug 2:
Die Motivation des Mörders liegt 100 Jahre in der Vergangenheit, keins der Opfer hat damit direkt zu tun. Und der Mörder auch nicht ... 

Schlimmster Unfug 3:
Die erfolgreiche Ermittlerin - mit schon vorliegenden Ergebnissen - wird bald vom Fall abgezogen, damit sie bei Ermittlungspanne als Sündenbock dienen kann. So unprofessionell sind Polizeibehörden auch nicht, oder?


Bewertung: Beim besten Willen nicht mehr als zwei von fünf Sternen (ein Stern wegen der netten Kapitelüberschriften).


Mittwoch, 20. Mai 2015

Totensand - Lykk, Dietmar ( * * * )

Die Kommissare Lütje aus Flensburg und Malbek aus Kiel waren bisher ein gutes Team und Freunde. Bei einem Einsatz gegen einen wild tricksendem Kriminellen und Mörder geht alles schief, ein Kollege kommt ums Leben und Malbek gibt seinem bisherigen Freund die Schuld. Dann wird an der Flensburger Förde am Strand von einem buddelnden Kind die verweste Hand einer Leiche gefunden, und beide gehen erst mal getrennt auf die Suche nach dem Mörder.

Wilder Mix mit einem bösartigen tricksenden kaum zu bezwingenden Kriminellen, verstrittenen Freunden, Immobilienspekulanten, Pflegeheimbewohnern, Ehekrisen, kaputten Familien, deutsch-deutschen Romeos, und einem  superreichen Jachtbesitzern der über dem Gesetz steht. Das könnte ja alles noch lustig sein wenn es denn lustig wäre. Leider ists aber eher etwas öd, zu viel Effekt, zu wenig roter Faden.

Splatter-Faktor: Mittel
Bewertung: 3 von 5 Sternen

Samstag, 16. Mai 2015

Mord zwischen Ebbe und Flut - Christiane Franke ( * * * * * )

Einen Schuss und eine zugeschlagene Tür hörte der Telefonist in einer Taxizentrale, und eine Nachbarin findet dann den erschossenen Andreas Schmidt, Mitarbeiter in einer Brauerei und Aushilfsfahrer bei genau dem selben Taxiunternehmen.

Der Ermordete war anscheinend ein ruhiger, korrekter und freundlicher Mitmensch dem niemand etwas böses wollte. Die Kommissarinnen Oda Wagner und Christine Cordes gehen allen Spuren nach aber tappen zuerst im Dunkeln: Gab es Unregelmäßigkeiten in der Brauerei oder beim Taxiunternehmen? Ist einer der beiden Freigänger rückfällig geworden, die bei dem Taxiunternehmen arbeiten? Christine wird zudem mit ihrem Privatleben stark abgelenkt und gerät in große Gefahr.

Das Label "Regionalkrimi" trägt dieses Buch aus der Reihe um Oda Wagner und Christine Cordes wohl eher aus Marketinggründen, die Handlung könnte eigentlich in jeder Großstadt mit Brauerei und ländlichem Umland spielen. Auch "Ebbe und Flut" aus dem Titel ist höchstens im übertragenen Sinn zu verstehen, Meer und Watt spielen hier keine Rolle. Weil das Buch aber spannend und intensiv ist und das menschliche Miteinander gut geschildert wird, fällt das gar nicht negativ auf.

Splatterfaktor: mäßig, aber nur für hartgesottene Schwangere ...

Bewertung: Fünf von fünf Sternen

Dienstag, 12. Mai 2015

Mein ist der Tod - Gert Heidenreich ( * * * * )

In Zungen an der Nelda werden von einem Serienmörder brutal Frauen umgebracht, der Täter verrät die Fundplätze seiner Opfer in rätselhaften Computerspielen mit Dante-Zitaten. Alexander Swoboda, passionierter Maler und pensionierter Kriminalkommissar fühlt sich eigentlich nur noch der Kunst verpflichtet: Ein Glasfenster für die Kirche soll er gestalten. Doch dann wird das Herz eines Opfers - aufgehänt am Fleischerhaken - ausgerechnet in der Kirche entdeckt und Swoboda widerwillig in die Ermittlungen einbezogen.

Das erste Opfer ist Tochter einer der reichen Holzhandelsfamilie Paintner. Familie Painter gehört auch das Gelände, auf denen ein Freizeitgelände entstehen soll - die Fischerhäuser am Fluß sollen dafür abgerissen werden - trotz Protest von Bewohnern, Anwohnern und angereisten Demonstranten. In einem der Fischerhäuser wird das Skelett eines senegalesischem Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Hängen die aktuellen Morde damit zusammen?

Schön: Die anfangs naive dann aber wehrhafte Enkelin von Freya Paintner, die Beschreibung des künstlerischen Schaffens von Swoboda und dem Glasmalermeister, die dunkle Familiengeschichte
Nicht so schön: Der Serienmord-Täter ist klischeehaft verrückt

Splatter-Faktor: hoch
Bewertung: Vier von fünf Sternen

Dienstag, 5. Mai 2015

99 Särge - Qiu Xiaolong ( * * * * )

99 Särge - Oberinspektor Chens siebter Fall ("Enigma of China") von Qiu Xiaolong

Zhou Keng, Direktor der Behörde für Wohnungsbau in Shanghai wird erhängt aufgefunden. War der Beamte korrupt? Parteiuntersuchungen liefen bereits - angestoßen durch ins Internet geleakte Bilder über seinen extravaganten Lebensstil. Hat er sich selbst erhängt oder wurde er ermordet?

Oberinspektor Chen Cao, Vizeparteisekretär, wäre eigentlich lieber Lyriker als Kriminalbeamter. Er soll Inspektor Liao und Hauptwachtmeister Wei beraten - die den Auftrag haben den Selbstmord zu bestätigen (das gewünschte Untersuchungsergebnisse scheint schon festzustehen). Doch dann stirbt Wei, er wird von einem Auto überfahren - Unfall oder Mord?

Der Partei ist die "Beibehaltung der Stabilität" das wichtigste und will die Unruhestifter im Internet ausfindig machen, doch Chen sucht nach der Wahrheit. Dafür kommt er durch eine Journalistin den Internetaktivisten gefährlich nahe.

Schöner Krimi aus dem kapitalistischem China, mir hat der Einblick in diese doch ganz andere Welt gut gefallen. Das Ende ist leider etwas schwach.

Splatter-Faktor: gering
Bewertung: Vier von fünf Sternen

Autoren-Webseite: http://www.qiuxiaolong.com/index2.html

Freitag, 1. Mai 2015

Isländisch Roulette - Óskar Hrafn Þorvaldsson ( * * * )

Thriller aus der Zeit der Finanzkrise in Island: Der unsympathische isländische Milliardär Reynir Sveinn Reynisson, Gewinner der Bankenkrise, wird in seiner Villa in Reykjavik brutal ermordet. In Rückblicken erfährt man warum und wie der Täter angeheuert wurde und wie vorgegangen wurde. Zum Schluss werden Täter und Auftraggeber gefasst und verurteilt.

Skrupellose und modern unsympathische Finanzmenschen, skrupelloser Täter, skrupellose Diamantenhändler, brave Polizisten, leicht skrupellose Journalisten. Man kann das Buch schon lesen ohne gelangweilt zu sein, aber so richtig begeistert hat es mich nicht. Die "netten" Menschen sind deutlich in der Unterzahl, aber sowohl von den Sympathen als auch von den Unsympathen will man eigentlich gar nicht mehr wissen. Von den Eigenheiten Islands bekommt man eigentlich kaum etwas mit (ja, Thriller sind keine Reiseführer oder Heimatromane, aber etwas Atmosphäre würde das Buch speziell machen).

Einzig gut: Die klaren Schattenseiten von Biometrie werden hier deutlich herausgestellt.

Splatter-Faktor: hoch
Bewertung: Drei von fünf Sternen

Dienstag, 28. April 2015

Schindeln am Dach - Jacqueline Gillespie ( * * * * * )

"Schindeln am Dach, hat die Großmutter immer gesagt, wenn sie nicht hat wollen hat, dass von unsere Leut was nach draußen dringt. Da hat man niemandem erzählen dürfen, was im Haus passiert ist, wenn es einen Streit gegeben hat oder sonst was."
Am Fuße des Schneebergs, in Neisselbach (einem fiktiven Dorf in der Nähe Wiens) wird im Wald ein Toter gefunden: Mitten ins Herz wurde der Goldbacher-Leonard geschossen, Sohn vom Bauern Goldbacher-Severin, außerdem Verwalter und Pirschführer vom Schloss Fürchtenbert.

"Ein Elend, hab ich mir gedacht, so ein fescher Mann mit seinen schwarzen Haar und den grünen Augen, und dann kommt einer daher und schießt ihn nieder. Und keiner kann sich auch nur irgendwie vorstellen, wieso."
Eine alteingessesene Dorfbewohnerin unterstützt mit ihrer Menschenkenntnis und dem Wissen über die örtlichen Gegebenheiten die Polizei bei ihren Ermittlungen: Doktor Patrick Sandor, Sektionschef bei der Wiener Kriminalpolizei und Kriminalinspektor Müller sowie den örtliche Gendarm Singer-Simon. Auch wenn die alte Bäuerin im Herbst natürlich anderes zu tun hat ...
"Der Powidl war schon fast fertig, das war mir im Moment wichtiger als wie so eine Neuigkeit.
Von Tratscherei halt ich ja rein gar nichts, davon leben kann man auch nicht, und außerdem haben mir die Füß schon ganz schön wehgetan."

Gemächlich geht es zu in diesem Provinzkrimi, Action sollte man keine erwarten. Die Menschen sind fein gezeichnet, auch die Landbevölkerung wird hier nicht als naiv dargestellt. Sehr schön: der Wechsel der Erzählperspektive ist hier sehr klar an an der Sprache erkennbar. Leichtes österreichisch sollte der Leser schon verstehen (bayrische Sprachkenntnisse helfen aber auch), wobei die speziellen österreichischen Wörter auch hinten im Buch erklärt werden (bei einem E-Book ist das hinten nachsehen halt ein wenig mühsamer).

Splatter-Faktor: gering
Bechtel-Test: erfüllt
Bewertung: Fünf Sterne (ich schwanke zwischen vier und fünf, aber das Buch hat mich vermutlich auch gerade in einer passenden Stimmung erwischt ;-) )



Das Buch ist das zweite aus der Reihe "Schneeberg-Krimi", das erste ("Schade um die Lebenden") gibt es leider nicht in der Onleihe. Aber kaufen werde ich es mir, das gibt es nämlich ohne DRM-Ärger: Der Haymon Verlag verkauft beide Bücher mit Soft-DRM, also mit Wasserzeichen. Das ist ein Kopierschutz der einen nicht daran hindert, das Buch auf allerlei späteren Lesegeräten auch noch lesen zu können ohne von einem Service wie Adobe-ID abhängig zu sein. Sehr lobenswert!

Mittwoch, 8. April 2015

Beim Leben deines Bruders - Peter May ( * * * * * )

Peter May - Beim Leben deines Bruders ("The Lewis Man")

In Lewis, einer der rauen Hebrideninseln im Westen vor Schottland, wird beim Torfstechen eine gewaltsam zu Tode gekommene Moorleiche gefunden. Schnell stellt sich heraus, dass diese Leiche nicht - wie zuerst erwartet - schon Jahrtausende alt ist, der Tote steckte erst einige Jahrzehnten im Moor. Fin MacLeod, bis vor kurzem Polizist in Edinburgh, ist nach dem Zerbrechen seiner Familie vor kurzem wieder nach Hause auf die Insel zurückgekehrt. Er wird gleich in den Fall verwickelt: Die Identität der Leiche ist unklar, aber eine DNA-Spur und kurz darauf der Mordverdacht fällt auf Tormod MacDonald, dem Vater von Fins Jugendliebe Marsaili. Doch wer ist der Tote? Kein Verwandter wird vermisst, und Tormond ist inzwischen ein alter Mann der schwer an Demenz erkrankt ist.

Tormonds Geschichte wird (nach und nach in Erinnerungsbruchstücken) aus seiner Sicht erzählt, wie sich demente Menschen wohl häufig noch sehr gut an ihre Jugend erinnern. Sehr einfühlsam geschildert wird das Gleiten aus Gegenwart in Vergangenheit und wieder zurück und die kleinen und großen Irrtümer und Vergesslichkeiten, die dieser Charakter auf Grund der Krankheit hat, auch die eigentlich würdelosen Momente dieser Krankheit werden sehr mit Würde dargestellt.

Starke einfühlsame Geschichte mit Überraschungsmomenten, starke Motivationen, hinreißende Landschaft, meist glaubwürdige Personen. Die Übersetzung von Silvia Morawetz ist mir zu keiner Minute unangenehm aufgefallen. (Das Undankbare an der Arbeit der Übersetzer ist ja, dass sie scheinbar unsichtbar ist. Nur die Fehler im Glas fallen auf.)

Bewertung: Fünf von fünf Sternen.


Die Geschichte steht für sich alleine sehr gut, wird aber vom Autor als Teil 2 der Lewis-Trilogie vermarktet. Systematischere Leser werden es vermutlich vorziehen, bei Teil 1 zu beginnen ("The Blackhouse", auf deutsch "Blackhouse"). Teil 3 ist anscheinend noch nicht auf deutsch erschienen.
Leider gibt es Teil 1 bei mir in der städtischen Onleihe momentan nicht und ist auch auf Englisch nicht ohne DRM zu kaufen (grrr).

Samstag, 4. April 2015

Mord unter Segeln - Christiane Franke ( * * * * )

Auf einer Segelyacht wird eine erstochene Frau gefunden. Alle Papiere fehlen, Schiffname und Heimathafen wurden entfernt. Die Kommissarinnen Christine Cordes und Oda Wagner mit ihrem Team ermitteln bald die Identität der Toten und erforschen Familie und Umfeld. Hatte die Frau wirklich mehrere Liebhaber? Und ist einer davon der Mörder? Oda wird in der Zwischenzeit ziemlich abgelenkt durch ein folgenschweres spätes Geständnis ihres Liebhabers.

Schöner Krimi, diesmal wieder teilweise auf Langeoog. Odas Familie ist wunderbar patent. Mir sind auch beim seglerischen keine groben Schnitzer aufgefallen. Den Mörder habe ich relativ spät erraten, nur die Friedhofsszene war jetzt nicht ganz perfekt.

Bewertung: vier von fünf Sternen
Splatter-Faktor: viel Blut am Anfang, aber sonst mild
Bechtel-Test: natürlich bestanden

Webseite der Autorin zur Krimireihe mit Christine Cordes und Oda Wagner:  http://www.christianefranke.de/5.html

Samstag, 28. März 2015

Mord ist aller Laster Anfang - Christiane Franke ( * * * )

Tatort: eine wilhelmshavener Schule. Ein Sportlehrer wird tot - erwürgt - im Geräteraum seiner Turnhalle gefunden, und es ist ausgerechnet der Lehrer den schon Kommissarin Oda Wagner an der Schule hatte - und hasste.  Oda und  Christine Cordes fangen die Ermittlungen an und stoßen auf Ungereimtheiten, die Schule mauert. Vor einem halben Jahr ist ein Referendar umgekommen - war das gar kein Unfall? Odas Sohn und der Sohn des Toten sind befreundet und begeben sich in große Gefahr bei Recherchen die nicht im Internet (schon wieder altmodisch: in Second Live) bleiben ...

Das Buch ist zeitlich vor Mord im Watt angesiedelt, wir sehen mehr vom erfreulichen und nicht so erfreulichen Privatleben der Kommissarinnen.


Das Sujet/Motiv (Missbrauch, Vertuschung von sexuellen Vorlieben) ist zeitgemäß und unerfreulich. Das der Täter nichts Gutes im Sinn hat war schon ziemlich am Anfang des Buches mit den Füßen zu fühlen. Dieses Buch könnte im Prinzip in jeder Großstadt spielen, deswegen ist hier der Zusatz "Küstenkrimi" auch nur der Reihe geschuldet, die sonst wohl stärker Bezug auf regionale Besonderheiten nimmt.

Bechdel-Test: erfüllt. Splatter-Faktor: IIRC mittel (beurteilt 20 Tage nach lesen). Meine Bewertung: Drei von fünf Sternen.

Verlag oder Onleihe haben hier im E-Book mal wieder mit den Meta-Daten gepfuscht, hier stand mal wieder im Autorenfeld der Verlagsname.

Ein weiteres Buch aus dieser Reihe (Mord unter Segeln) wartet schon auf mich, mal sehen wie mir das gefällt ...


Webseite der Autorin zur Krimireihe mit Christine Cordes und Oda Wagner:  http://www.christianefranke.de/5.html

Freitag, 20. März 2015

Bahnhofsmission - Michael Krug ( * * * )

Ort und Zeit: Stuttgart - während der Planungsphase für "Stuttgart 21".

In den Kellerräumen des Stuttgarter Hauptbahnhof wird ein Banker gefunden - ermordet. Norbert Hageman, ein Bahnmanager der bei der Planung von "Stuttgart 21" beteiligt ist, wird in der Nähe der Leiche aufgegriffen und dringend tatverdächtig verhaftet. Er hatte ein Verhältnis - mit der Frau des Bankers. Journalist Palm und Kommisar Bolz glauben das die Sache ein wenig komplizierter ist ... und damit haben sie recht.

Splatter-Faktor: Gering.
Fast jeder ausser dem Kommisar geht fremd, aber sexuelle Gewalt bleibt dem Leser erspart.
Bechdel-Test: Nicht erfüllt.

Bewertung: Fängt gut an, lässt in der Mitte nach und wird zum Ende nicht besser. Als Leser hat man einen Wissensvorsprung, die Ermittler ermitteln erst mal in andere Richtungen, deshalb kommt mir die Handlung ein wenig zerfasert vor, die Motive sind für mich ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Die Nebenfiguren wirken etwas blass, die zwei Hauptfiguren waren aber nett und hätten einen spannenderen Krimi verdient :-)

Drei von fünf Sternen.

Entweder die Onleihe oder der Verlag haben im E-Book bei den Meta-Daten gepfuscht: Ins Autoren-Feld gehört der Autor, nicht der Verlag.

Montag, 16. März 2015

Fürchte dich nicht! - Jürgen Kehrer ( * * * * )


Auf der ostfriesischen Insel Norderney soll ein internationales Gipfeltreffen stattfinden, mit dem dazugehörigen Sicherheitstheater. Gerade jetzt aber gibt es eine sonderbare Welle von Virusinfektionen - durch Zecken ausgelöst? Anders als bei der üblichen FSME zeigen die Infektionsopfer ein sonderbar irrationales Verhalten. Die Infektionswelle soll wegen des bevorstehenden Großereignisses vertuscht werden, doch der örtliche Polizist Martin Geis und die Zeckenforscherin Viola de Monti ermitteln trotz offiziellem Widerstand.

Schöne Krimi/Thriller der zeigt, das Jürgen Kehrer neben Wilsberg sich auch andere Figuren ausdenken kann (tatsächlich gefiel mir das besser als der übliche Wilsberg-Krimi). Ganz ohne Münster ging es dann aber doch nicht :-) ...

Es gibt spannendere Thriller, aber schlecht war dieser jetzt nicht. Bewertung: Solide vier von fünf Sternen.

Splatter-Faktor: Mittel, vor Zecken sollte man sich nicht zu sehr gruseln und Viola de Monti hat eine Vergangenheit mit Kidnapping und Folter, der ihr sehr guten Grund zur Furcht gibt.

Donnerstag, 12. März 2015

Die Eisprinzessin schläft - Camilla Läckberg ( * * * * )

Im schwedischen Ferienort Fjällbacka wird eine tote Frau gefunden - die Pulsadern aufgeschnitten, eingefroren in einer Badewanne. Die Tote war als Kind befreundet mit Schriftstellerin Erica Falck, die von der Familie erst mal nur beauftragt wird einen Nachruf zu schreiben. Doch bald erweist sich der scheinbare Selbstmord als Mord. Erika Falck und Kriminalassistent Patrik Hedström nehmen die Ermittlungen auf.

Das dunkle Familiengeheimnis der Toten war mir schon bald in Grundzügen klar, beim Mörder hatte ich allerdings falsch getippt. Das neu zusammengekommene Ermittlerteam ist sympathisch, die verschiedenen geschilderten desolaten Familienverhältnisse sind mir fast ein wenig zu glaubwürdig um im jeden Fall entspannend zu wirken ...

Splatter-Faktor: wenig, aber Missbrauch, psychische und physische Gewalt in der Beziehung.
Bechdel-Test: bestanden

Bewertung: Vier von fünf Sternen

Mittwoch, 4. März 2015

Der Prediger von Fjällbacka - Camilla Läckberg ( * * * * )

Im schwedischen Urlaubsort Fjällbacka wird eine deutsche Urlauberin tot aufgefunden, sie wurde anscheinend über längere Zeit zu Tode gefoltert. Am Fundort der Leiche werden auch die Skelette von zwei vor langem gestorbenen Menschen gefunden - mit ähnlichen Verletzungen wie die Urlauberin. Sind das die Überreste zweier Frauen, die schon seit Ende der 70er Jahre vermisst wurden? Was hat die Familie des freigeistlichen Predigers Ephraim Hult damit zu tun?

Dem offiziellen Ermittlerteam von Kommissar Patrik Hedström wird inoffziell auch von der Schriftstellerin Erica Falck geholfen.

Spannend, warum man dem Täter erst mal nichts nachweist, und etwas gruselig am Ende der Grund warum die Taten begangen wurden. Ganz interessanter Krimi, von dieser Serie habe ich mir gerade noch ein weiteres Buch ausgeliehen.

Splatterfaktor: Hoch (Kidnapping, Folter, Missbrauch)
Bechdel-Test: bestanden
Bewertung: 4 von 5 Sternen

Mittwoch, 18. Februar 2015

Der Komet von Palling - René Paul Niemann ( * * * * )

Der Blitz hat die alte Linde gefällt, und als der Chiemgauer Bauer Xaver Birnbaum den Wurzelstock entfernt findet er einen sonderbaren Stein - einen Meteorriten? Wissenschaftler beginnen ihre Forschung, aber auch ein paar Esoteriker scheinen interessiert zu sein. Und dann wird ein junger Wissenschaftler nachts ermordet. Die Traunsteiner Polizei um Kommissarin Wintersruh nehmen ihre Ermittlungen auf aber kommen nicht weit. Die Bäuerin Maria Birnbaum fängt an selber zu recherchieren ...

Netter Regional-Krimi, auch wenn die Figuren (vor allem die Bösewichter) nicht ganz so dreidimensional sind wie man sich das vielleicht wünschen könnte. Auch Bäuerin und Bauer sind manchmal ein wenig naiver als sie sein müssten.

Bechdel-Test: erfüllt
Splatter-Faktor: niedrig
Meine Bewertung: vier von fünf Sternen

Sonntag, 8. Februar 2015

Mord im Watt - Küsten Krimi, Christiane Franke * * * *

Mord im Watt - Küsten Krimi, Christiane Franke, 2011

In einer Nordsee-Raffinierie entdeckt ein Techniker eine Unregelmäßigkeit. Kurz darauf wird er tot aus der Nordsee geborgen.

Christine Cordes, Kommissarin aus Willhelmshaven macht Urlaub auf Langeoog. Deshalb muss ihre Kollegin Oda Wagner erst mal alleine ermitteln. Aber in Langeoog lernt Christine die Schwester des Toten kennen und wird so doch noch in die Untersuchung verwickelt.




Ein erfreulicher Beitrag zu den zur Zeit modernen Regionalkrimis. Die ermittelnden Protagonisten (ganz unangestrengt und selbstverständlich zwei Frauen) sind hier zum Glück deutlich weniger klischeehaft als z.B. der allgäuer Kommisar Kluftinger oder (noch schlimmer) der oberbayrische Franz Eberhofer. Von den Kommissarinnen und der Landschaft mag ich ganz gerne wieder mal lesen. Die Bösen sind in diesem Buch leider schon ein wenig Abziehbildchen, aber man kann ja nicht immer alles haben.

Die Kommissarinen haben sich merkbar schon in zwei vorherige Büchern zusammengerauft, man kann dieses dritte aber auch lesen ohne die Vorgänger zu kennen (bei der Onleihe ist es wie sonst auch in der Bücherei, man nimmt was gerade verfügbar ist und kann nicht unbedingt der Reihe nach lesen ...)

Im E-Book sind die Metadaten unsauber. Statt dem Namen des Autors steht da der Verlag ... ob da jetzt der Verlag oder die bei der Onleihe gepfuscht haben?

Bechdel-Test: erfüllt. Splatter-Faktor: IIRC gering (beurteilt 20 Tage nach lesen). Meine Bewertung: Vier von fünf Sternen.

Webseite der Autorin zur Krimireihe mit Christine Cordes und Oda Wagner:  http://www.christianefranke.de/5.html