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Mittwoch, 8. April 2015

Beim Leben deines Bruders - Peter May ( * * * * * )

Peter May - Beim Leben deines Bruders ("The Lewis Man")

In Lewis, einer der rauen Hebrideninseln im Westen vor Schottland, wird beim Torfstechen eine gewaltsam zu Tode gekommene Moorleiche gefunden. Schnell stellt sich heraus, dass diese Leiche nicht - wie zuerst erwartet - schon Jahrtausende alt ist, der Tote steckte erst einige Jahrzehnten im Moor. Fin MacLeod, bis vor kurzem Polizist in Edinburgh, ist nach dem Zerbrechen seiner Familie vor kurzem wieder nach Hause auf die Insel zurückgekehrt. Er wird gleich in den Fall verwickelt: Die Identität der Leiche ist unklar, aber eine DNA-Spur und kurz darauf der Mordverdacht fällt auf Tormod MacDonald, dem Vater von Fins Jugendliebe Marsaili. Doch wer ist der Tote? Kein Verwandter wird vermisst, und Tormond ist inzwischen ein alter Mann der schwer an Demenz erkrankt ist.

Tormonds Geschichte wird (nach und nach in Erinnerungsbruchstücken) aus seiner Sicht erzählt, wie sich demente Menschen wohl häufig noch sehr gut an ihre Jugend erinnern. Sehr einfühlsam geschildert wird das Gleiten aus Gegenwart in Vergangenheit und wieder zurück und die kleinen und großen Irrtümer und Vergesslichkeiten, die dieser Charakter auf Grund der Krankheit hat, auch die eigentlich würdelosen Momente dieser Krankheit werden sehr mit Würde dargestellt.

Starke einfühlsame Geschichte mit Überraschungsmomenten, starke Motivationen, hinreißende Landschaft, meist glaubwürdige Personen. Die Übersetzung von Silvia Morawetz ist mir zu keiner Minute unangenehm aufgefallen. (Das Undankbare an der Arbeit der Übersetzer ist ja, dass sie scheinbar unsichtbar ist. Nur die Fehler im Glas fallen auf.)

Bewertung: Fünf von fünf Sternen.


Die Geschichte steht für sich alleine sehr gut, wird aber vom Autor als Teil 2 der Lewis-Trilogie vermarktet. Systematischere Leser werden es vermutlich vorziehen, bei Teil 1 zu beginnen ("The Blackhouse", auf deutsch "Blackhouse"). Teil 3 ist anscheinend noch nicht auf deutsch erschienen.
Leider gibt es Teil 1 bei mir in der städtischen Onleihe momentan nicht und ist auch auf Englisch nicht ohne DRM zu kaufen (grrr).

Samstag, 28. März 2015

Mord ist aller Laster Anfang - Christiane Franke ( * * * )

Tatort: eine wilhelmshavener Schule. Ein Sportlehrer wird tot - erwürgt - im Geräteraum seiner Turnhalle gefunden, und es ist ausgerechnet der Lehrer den schon Kommissarin Oda Wagner an der Schule hatte - und hasste.  Oda und  Christine Cordes fangen die Ermittlungen an und stoßen auf Ungereimtheiten, die Schule mauert. Vor einem halben Jahr ist ein Referendar umgekommen - war das gar kein Unfall? Odas Sohn und der Sohn des Toten sind befreundet und begeben sich in große Gefahr bei Recherchen die nicht im Internet (schon wieder altmodisch: in Second Live) bleiben ...

Das Buch ist zeitlich vor Mord im Watt angesiedelt, wir sehen mehr vom erfreulichen und nicht so erfreulichen Privatleben der Kommissarinnen.


Das Sujet/Motiv (Missbrauch, Vertuschung von sexuellen Vorlieben) ist zeitgemäß und unerfreulich. Das der Täter nichts Gutes im Sinn hat war schon ziemlich am Anfang des Buches mit den Füßen zu fühlen. Dieses Buch könnte im Prinzip in jeder Großstadt spielen, deswegen ist hier der Zusatz "Küstenkrimi" auch nur der Reihe geschuldet, die sonst wohl stärker Bezug auf regionale Besonderheiten nimmt.

Bechdel-Test: erfüllt. Splatter-Faktor: IIRC mittel (beurteilt 20 Tage nach lesen). Meine Bewertung: Drei von fünf Sternen.

Verlag oder Onleihe haben hier im E-Book mal wieder mit den Meta-Daten gepfuscht, hier stand mal wieder im Autorenfeld der Verlagsname.

Ein weiteres Buch aus dieser Reihe (Mord unter Segeln) wartet schon auf mich, mal sehen wie mir das gefällt ...


Webseite der Autorin zur Krimireihe mit Christine Cordes und Oda Wagner:  http://www.christianefranke.de/5.html

Dienstag, 24. März 2015

Eifelkreuz - Jacques Berndorf ( * * * )

Eigentlich ein ganz netter Regional-Krimi aus der Eifel mit netten Figuren wenn auch etwas unglaubwürdiger Story (diese Schüler sind aber arg heldenhaft). Die dichte Raucherpropaganda verdirbt alles, verbreitet einfach zu viel Qualm um den Autor noch mal zu lesen *hust* *niess*. 

(Einige literarischen Detektive sind Raucher und solange die nur in ihrem Buch rauchen und nicht mir ins Gesicht stört mich das nicht ;-) aber man kann es auch wirklich übertreiben).

Drei Sterne (sorry, auf Rauch bin ich allergisch, sonst wären es vielleicht vier). Wem es gefällt, dieser Roman scheint nicht der erste aus einer Reihe zu sein.

Freitag, 13. Februar 2015

Der Ruf des Kuckucks - Robert Galbraith * * * * *

Der Ruf des Kuckucks ("The Cuckoo's Calling") von Robert Galbraith aka J. K. Rowling

Robin Ellacott soll für eine Woche als Zeitarbeits-Sekretärin bei einem neuen Arbeitsplatz im Londoner Stadtteil Soho antreten. Es stellt sich heraus, dass Ihr neuer temporärer Arbeitgeber Cormoran Strike ein Detektiv ist, dessen Detektei - kurz vor dem Bankrot - sich eigentlich gar keine neue Sekretärin leisen kann. Doch Robin bringt Ihrem neuen Arbeitgeber Glück - im neuen lukrativen Auftrag soll die Detektei herausfinden, ob das sich das kürzlich zu Tode gestürzte Star-Model Lula Landry wirklich Suizid begangen hat oder doch vom Balkon gestossen wurde.

Die dichte Atmosphäre des Romans ist deutlich spürbar, auch nach der (guten) Übersetzung von Wulf Bergner, Christoph Göhler und Kristof Kurz. (Wenn man es jetzt ohne DRM kaufen könnte, würde ich mir die Originalfassung auch noch mal als E-Book kaufen. Wer nach "The Cuckoo's Calling EPUB" sucht, findet leider fast nur urheberrechtlich fragliche Seiten. Schade. Aber mit DRM kaufen und illegal herunterladen bestärkt dann gleich zweimal unerwünschtes Verhalten und wird von mir deshalb nicht gemacht.)

Gut gefallen hat mir die engagiert mitermittelnde Sekretärin. Mode- und Musikbusiness mit angeschlossenem Promirummel werden so hohl dargestellt wie sich das die lesende Hella schon immer vorgestellt hat (ob das jetzt der Realität entspricht, weiss ich nicht, aber Promirummel wird Frau Rowling ja sicher kennen ...).

Klassischer Detektivroman (allerdings mit Mobilfunk und Internet) mit wenig hektischer Action aber zielgerichteten Ermittlungen, ich hab auch nicht gleich erraten wer der Täter ist.

Bechdel-Test: erfüllt. Splatter-Faktor: niedrig.
Fünf von fünf Sternen.

(Auf die Webseite verlinke ich bewusst nicht. Ohne Javascript sieht man gar nix, mit versucht es eine Art Multimediashow von Herumblätternden Grafikblöcken zu sein.) 

Montag, 9. Februar 2015

Zwischenrant

Hab ein paar Kurzkritiken vorgebloggt, und per Zeitplaner auf die nächsten Tage verteilt. Puh, diese Bloggerei hält ja ganz schön vom Lesen ab. *leicht schimpfend ab*