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Freitag, 24. April 2015

Jon Stock, Verrat in eigener Sache ( * * * * )

Jon Stock, Verrat in eigener Sache ("Games Traitors Play"), Spionagethriller

Seit Salim Dhar - überzeugter Djihadist und Sohn eines früheren MI6-Agenten - den amerikanischen Präsidenten in Delhi fast erschossen hatte, wird er von den westlichen Geheimdienste intensiv gesucht. Die Amerikaner vermuten Dhar in Afghanistan und versuchen ihn mit einer Kampfdrone abzuschiessen, und fallen damit auf einen Trick von Dhar herein. Sein Halbbruder Daniel Marchant, MI6-Agent, vom CIA gefoltert um Details zu verraten die er nicht hatte, ist in ihm in Marakesch dicht auf der Spur - bis ein russischer Hubschrauber im Atlasgebirge Dhar abholt. 

Spannend, aber manchmal etwas "too much" und leicht oberflächlich. Ich hab das Buch einfach so angefangen ohne nachzusehen ob es jetzt ein britischer oder amerikanischer Autor ist, im ersten Kapitel befürchtet man schon "amerikanisch-waffenstarrend-heldenhaft", aber so nach und nach wird schon klar, dass es ein britischer Autor sein muss ... die amerikanischen Militärs und Geheimdienste kommen zu schlecht weg. Insgesamt sind alle Geheimdienstler sehr in ihrer Spiegelwelt und ihren Lügen verfangen (vielleicht kann man vermuten, dass dieser Aspekt realistisch ist, auch wenn die Aktionen sicher kaum so aktionlastig sind wie hier). Zum Ende hin werden ein paar Protagonisten etwas menschlicher, das wird dann aber unrealistisch ... und die Action ist natürlich sowieso unrealistisch, aber das ist bei Spionage-Thrillern ja immer so und gehört dazu...

Splatter-Faktor: Folter (Tipp: nicht vorm Zahnarztbesuch lesen), sonst medium, "die Guten" sind allerdings auch eher skrupellos (wenn provoziert).
Bechtel-Faktor: IIRC nicht erfüllt, aber immerhin eine selbstbewusste weibliche Nebenfigur
Bewertung: Vier von fünf Sternen (oder drei? Naja, geben wir mal vier, die Szenerie - besonders in Marokko - ist ganz überzeugend geschildert)

Freitag, 13. Februar 2015

Der Ruf des Kuckucks - Robert Galbraith * * * * *

Der Ruf des Kuckucks ("The Cuckoo's Calling") von Robert Galbraith aka J. K. Rowling

Robin Ellacott soll für eine Woche als Zeitarbeits-Sekretärin bei einem neuen Arbeitsplatz im Londoner Stadtteil Soho antreten. Es stellt sich heraus, dass Ihr neuer temporärer Arbeitgeber Cormoran Strike ein Detektiv ist, dessen Detektei - kurz vor dem Bankrot - sich eigentlich gar keine neue Sekretärin leisen kann. Doch Robin bringt Ihrem neuen Arbeitgeber Glück - im neuen lukrativen Auftrag soll die Detektei herausfinden, ob das sich das kürzlich zu Tode gestürzte Star-Model Lula Landry wirklich Suizid begangen hat oder doch vom Balkon gestossen wurde.

Die dichte Atmosphäre des Romans ist deutlich spürbar, auch nach der (guten) Übersetzung von Wulf Bergner, Christoph Göhler und Kristof Kurz. (Wenn man es jetzt ohne DRM kaufen könnte, würde ich mir die Originalfassung auch noch mal als E-Book kaufen. Wer nach "The Cuckoo's Calling EPUB" sucht, findet leider fast nur urheberrechtlich fragliche Seiten. Schade. Aber mit DRM kaufen und illegal herunterladen bestärkt dann gleich zweimal unerwünschtes Verhalten und wird von mir deshalb nicht gemacht.)

Gut gefallen hat mir die engagiert mitermittelnde Sekretärin. Mode- und Musikbusiness mit angeschlossenem Promirummel werden so hohl dargestellt wie sich das die lesende Hella schon immer vorgestellt hat (ob das jetzt der Realität entspricht, weiss ich nicht, aber Promirummel wird Frau Rowling ja sicher kennen ...).

Klassischer Detektivroman (allerdings mit Mobilfunk und Internet) mit wenig hektischer Action aber zielgerichteten Ermittlungen, ich hab auch nicht gleich erraten wer der Täter ist.

Bechdel-Test: erfüllt. Splatter-Faktor: niedrig.
Fünf von fünf Sternen.

(Auf die Webseite verlinke ich bewusst nicht. Ohne Javascript sieht man gar nix, mit versucht es eine Art Multimediashow von Herumblätternden Grafikblöcken zu sein.)