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Freitag, 1. Mai 2015

Isländisch Roulette - Óskar Hrafn Þorvaldsson ( * * * )

Thriller aus der Zeit der Finanzkrise in Island: Der unsympathische isländische Milliardär Reynir Sveinn Reynisson, Gewinner der Bankenkrise, wird in seiner Villa in Reykjavik brutal ermordet. In Rückblicken erfährt man warum und wie der Täter angeheuert wurde und wie vorgegangen wurde. Zum Schluss werden Täter und Auftraggeber gefasst und verurteilt.

Skrupellose und modern unsympathische Finanzmenschen, skrupelloser Täter, skrupellose Diamantenhändler, brave Polizisten, leicht skrupellose Journalisten. Man kann das Buch schon lesen ohne gelangweilt zu sein, aber so richtig begeistert hat es mich nicht. Die "netten" Menschen sind deutlich in der Unterzahl, aber sowohl von den Sympathen als auch von den Unsympathen will man eigentlich gar nicht mehr wissen. Von den Eigenheiten Islands bekommt man eigentlich kaum etwas mit (ja, Thriller sind keine Reiseführer oder Heimatromane, aber etwas Atmosphäre würde das Buch speziell machen).

Einzig gut: Die klaren Schattenseiten von Biometrie werden hier deutlich herausgestellt.

Splatter-Faktor: hoch
Bewertung: Drei von fünf Sternen

Freitag, 20. März 2015

Bahnhofsmission - Michael Krug ( * * * )

Ort und Zeit: Stuttgart - während der Planungsphase für "Stuttgart 21".

In den Kellerräumen des Stuttgarter Hauptbahnhof wird ein Banker gefunden - ermordet. Norbert Hageman, ein Bahnmanager der bei der Planung von "Stuttgart 21" beteiligt ist, wird in der Nähe der Leiche aufgegriffen und dringend tatverdächtig verhaftet. Er hatte ein Verhältnis - mit der Frau des Bankers. Journalist Palm und Kommisar Bolz glauben das die Sache ein wenig komplizierter ist ... und damit haben sie recht.

Splatter-Faktor: Gering.
Fast jeder ausser dem Kommisar geht fremd, aber sexuelle Gewalt bleibt dem Leser erspart.
Bechdel-Test: Nicht erfüllt.

Bewertung: Fängt gut an, lässt in der Mitte nach und wird zum Ende nicht besser. Als Leser hat man einen Wissensvorsprung, die Ermittler ermitteln erst mal in andere Richtungen, deshalb kommt mir die Handlung ein wenig zerfasert vor, die Motive sind für mich ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Die Nebenfiguren wirken etwas blass, die zwei Hauptfiguren waren aber nett und hätten einen spannenderen Krimi verdient :-)

Drei von fünf Sternen.

Entweder die Onleihe oder der Verlag haben im E-Book bei den Meta-Daten gepfuscht: Ins Autoren-Feld gehört der Autor, nicht der Verlag.